Der dritte Bauabschnitt vollendet Wiens Vorzeigeprojekt

 

Der letzte Abschnitt des Klimaboulevards Thaliastraße in Wien-Ottakring ist fertiggestellt: Zwischen Huttengasse und Johann-Staud-Straße sorgen Raintime-Nebelstelen und ein Wasserspiel mit AquaSaal-110-Schaumdüsen für gezielte Abkühlung. Dazu kommen 43 neue Bäume und 3.400 Quadratmeter entsiegelte Fläche. Damit hat Wien einen Meilenstein für die klimafitte Stadtgestaltung geschaffen.

 

Von der Hitzestraße zum grünen Boulevard: mit Raintime-Kühltechnologie

 

Wo bis vor kurzem Asphalt die Sommerhitze speicherte und enge Gehsteige das Durchkommen erschwerten, erstreckt sich heute mit der Thaliastraße in Wien-Ottakring ein durchdachter Straßenraum mit Bäumen, Grünflächen und Kühlungselementen von Raintime.

Im Juli 2025 wurden die Bauarbeiten am dritten und letzten Abschnitt des Klimaboulevards Thaliastraße abgeschlossen. Damit ist ein Projekt vollendet, das seit 2021 das Gesicht der beliebten Einkaufsstraße grundlegend verändert hat.

Der dritte Bauabschnitt umfasst die Strecke von der Huttengasse bis zur Johann-Staud-Straße sowie rund 130 Meter entlang der querenden Paltaufgasse. Seit August 2024 wurde hier gebaut und die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie sich eine stark versiegelte Straße in einen klimafitten Lebensraum verwandeln lässt.

 

43 neue Bäume und großflächige Entsiegelung

 

Herzstück des dritten Abschnitts ist die umfangreiche Entsiegelung. Insgesamt 3.400 Quadratmeter Fläche hat die Stadt aufgebrochen und in durchlässige Oberflächen umgewandelt. Davon entfallen über 700 Quadratmeter auf neue Grünflächen mit Stauden und Gräsern, weitere 2.700 Quadratmeter auf offene Pflasterung. Regenwasser kann jetzt dort versickern, wo es fällt, anstatt in die Kanalisation abzufließen, ganz im Sinne des Schwammstadtprinzips.

43 neu gepflanzte Bäume ergänzen das Bild. Sie spenden künftig Schatten auf breiten, barrierefreien Gehsteigen, die bis zu sechs Meter Breite erreichen. Gemeinsam mit den Staudenbeeten und Grünflächen schaffen sie ein Mikroklima, das die Aufenthaltsqualität an heißen Sommertagen spürbar verbessert. Die Bäume profitieren ebenso vom Schwammstadtprinzip: Das Wasser der Raintime-Kühlelemente wird gezielt zur Bewässerung genutzt, anstatt ungenutzt abzufließen.

 

Raintime Nebelstelen und Wasserspiel: gezielte Abkühlung am Stillfriedplatz

 

Die Herausforderung urbaner Hitzezonen verlangt nach mehr als nur Bäumen und Grünflächen: Im dritten Bauabschnitt kommen daher auch wieder Kühlungstechnologien von Raintime zum Einsatz, die eine sofortige und spürbare Abkühlung ermöglichen.

 

Wie Verdunstungskühlung funktioniert

 

Vier Nebelstelen wurden neben der Parkanlage und dem Spielplatz am Stillfriedplatz installiert. Sie erzeugen einen feinen Wassernebel, der die Umgebungstemperatur in ihrem direkten Umfeld deutlich senkt. Die Stelen arbeiten nach dem Prinzip der Verdunstungskühlung: Wasser wird unter hohem Druck durch feine Düsen gepresst und in mikroskopisch kleine Tröpfchen zerstäubt. Beim Verdunsten entziehen diese Tröpfchen der Umgebungsluft Wärme. Das ergibt eine effiziente und umweltfreundliche Art der Kühlung, die ganz ohne Kältemittel oder hohen Energieverbrauch auskommt.

Die Nebelstelen stehen bewusst in der Nähe des Spielplatzes: Kinder und vorbeigehende Passantinnen und Passanten können den erfrischenden Nebel nutzen, um sich an heißen Tagen abzukühlen. Die Verbindung von Spielbereich und Kühlelement schafft einen Aufenthaltsort zum Verweilen.

 

Wasserspiel mit Kühlfunktion: Gestaltung, die das Mikroklima verbessert

 

Ein Wasserspiel mit drei AquaSaal-110-Elementen ergänzt die Nebelstelen. Hier erzeugen Schaumdüsen große, sprudelnde Wasserstrahlen. Sie bereichern nicht nur visuell und akustisch den Straßenraum, sondern tragen ebenfalls zur Kühlung bei. Und: Das Wasserspiel verbindet Gestaltung und Funktion; es schafft ein sinnlich erfahrbares Wasserelement im öffentlichen Raum. Gleichzeitig leistet es einen messbaren Beitrag zum Mikroklima.

 

Schwammstadt-Prinzip: Kühlung und Bewässerung in einem System

 

Ein entscheidender Aspekt der Kühlungselemente am Klimaboulevard ist ihre doppelte Funktion. Das Wasser, das Nebelstelen und Wasserspiel freisetzen, dient einerseits der Erfrischung von Passanten, andererseits wird es nach dem Schwammstadtprinzip in den Boden eingeleitet und bewässert dort die neu gepflanzten Bäume. Die entsiegelten Flächen und die offene Pflasterung unterstützen diesen Kreislauf: Sie lassen Wasser versickern, halten es im Boden und stellen es den Wurzeln zur Verfügung.

Dieses Zusammenspiel von Entsiegelung, Begrünung und wasserbasierter Kühlung macht den Klimaboulevard zu mehr als einer Summe einzelner Maßnahmen. Es ist ein zusammenhängendes System, in dem jedes Element das andere ergänzt. Ein zukunftsweisender Ansatz für die klimafitte Stadtgestaltung.

 

Mikrofreiräume: konsumfreier Aufenthalt im öffentlichen Raum

 

Neben den ökologischen und klimatischen Verbesserungen setzt der dritte Bauabschnitt auch einen sozialen Akzent: Sogenannte Mikrofreiräume bieten Sitzgelegenheiten und Aufenthaltsbereiche, die nicht an Konsum gebunden sind. Wer sich auf eine Bank im Schatten der neuen Bäume setzen, die Kühlung der Nebelstelen genießen oder einfach eine Pause einlegen möchte, kann das tun, ohne Kaffee bestellen oder etwas kaufen zu müssen.

Diese konsumfreien Zonen sind ein bewusster Teil des Gestaltungskonzepts. In dicht besiedelten Stadtgebieten wie Ottakring fehlen oft Orte, an denen sich Menschen ohne Konsumzwang aufhalten können. Die Mikrofreiräume entlang der Thaliastraße schließen diese Lücke und tragen zu einer Aufenthaltsqualität bei, die allen Bewohnerinnen und Bewohnern zugutekommt.

 

Barrierefreiheit und Sicherheit im Fokus

 

Die bis zu sechs Meter breiten Gehsteige im dritten Abschnitt sind nicht nur großzügig dimensioniert, sondern auch barrierefrei gestaltet. Der gesamte Straßenraum wurde in einem durchgehenden Niveau hergestellt, was die Nutzung für Rollstühle, Kinderwagen und Menschen mit Mobilitäts-Einschränkungen erheblich erleichtert.

Auch die helle Pflasterung in drei Grautönen hat eine klimatische Funktion: Die hellen Steine reflektieren Sonnenlicht stärker als dunkler Asphalt und heizen sich im Sommer weniger auf. So wird die Oberflächentemperatur des Bodens reduziert, ein Effekt, der in Kombination mit der Beschattung durch Bäume und der Verdunstungskühlung durch Nebelstelen und Wasserspiel zu einer deutlich angenehmeren Temperatur im Straßenraum führt.

 

Urban Cooling mit Beteiligung der Bevölkerung

 

Der Klimaboulevard Thaliastraße entstand nicht am Reißbrett, sondern in einem umfangreichen Dialog mit den Menschen vor Ort. Bereits im Jahr 2020 konnten rund 3.000 Personen ihre Ideen und Wünsche einbringen. Neben digitalen Formaten gab es Gespräche mit Passantinnen und Passanten sowie mit Geschäftsleuten und Anrainerinnen und Anrainern. Die Ergebnisse dieser Beteiligung flossen direkt in die Planung ein: Sie reichen von den breiteren Gehsteigen über die konsumfreien Aufenthaltsbereiche bis zu den Standorten der Kühlelemente.

 

Thaliastraße Wien: Klimaboulevard mit konkreten Maßnahmen

 

Über alle drei Bauabschnitte hinweg hat sich die Thaliastraße auf einer Länge von 2,8 Kilometern grundlegend verändert. Die Gesamtbilanz kann sich sehen lassen: 240 neue Bäume, 20.000 Quadratmeter entsiegelte Fläche, 41 Raintime-Nebelstelen, drei Wasserspiele, 26 Trinkbrunnen und 360 neue Sitzgelegenheiten. Das Projekt wurde bereits 2021 mit dem VCÖ-Mobilitätspreis ausgezeichnet.

Der dritte Bauabschnitt bildet den Abschluss dieses Vorzeigeprojekts und zeigt exemplarisch, wie die Verbindung von Entsiegelung, Begrünung und wasserbasierter Kühlung einen spürbaren Unterschied im urbanen Raum macht. Die Nebelstelen und das Wasserspiel am Stillfriedplatz sind dabei weit mehr als schmückendes Beiwerk: Sie sind funktionale Kühlelemente, die den Aufenthalt im Straßenraum auch an den heißesten Tagen des Jahres erträglich machen.

 

Klimafitte Straßengestaltung als Modell für andere Städte

 

Die Fertigstellung des dritten Bauabschnitts markiert nicht nur das Ende eines Bauprojekts, sondern auch den Beginn einer neuen Phase. Die Thaliastraße ist jetzt ein durchgehender Klimaboulevard und ein Vorzeigeprojekt, das zeigt, wie Stadtgestaltung auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren kann.

Die eingesetzten Technologien von Raintime – vor allem die Hochdruck-Nebelsysteme und Wasserspiele – demonstrieren, dass es effiziente und nachhaltige Lösungen für die urbane Hitzekrise gibt. Sie arbeiten energieeffizient, kommen ohne Kältemittel aus und lassen sich flexibel in unterschiedliche städtebauliche Kontexte integrieren. Das Konzept des Schwammstadtprinzips, bei dem Kühlwasser gleichzeitig der Baumbewässerung dient, verbindet Ressourceneffizienz mit ökologischem Mehrwert.

Für Städte und Gemeinden, die ihre Straßen und Plätze an die steigenden Temperaturen anpassen wollen, liefert die Thaliastraße einen konkreten Beweis: Klimafitte Stadtgestaltung ist machbar und sie macht das Leben in der Stadt spürbar besser.

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