Fassadenbegrünung: Mehr Grünflächen für ein besseres Stadtklima

Grünflächen sind in dicht bebauten Städten selten. Die Flächen teuer oder schlicht nicht mehr verfügbar. Fassadenbegrünung bieter hier eine wirksame Alternative. Doch wie zuverlässig ist sie wirklich? Noch gilt sie oft als visionäres Element nachhaltiger Architektur. Zu Unrecht. Das Beispiel der begrünten Fassade des Gebäudes der Wiener Wasser Zentrale in der Grabnergasse zeigt eindrucksvoll, dass vertikale Begrünung nicht nur ästhetisch wirkt, sondern langfristig zuverlässig sowie wirtschaftlich und ökologisch wirksam sein kann. Die Fassadenkonstruktion wurde von den verantwortlichen Architekten optimal geplant und umgesetzt. Raintime sorgt mit präziser Bewässerung dafür, dass die Begrünung dauerhaft funktioniert. Seit mehreren Jahren ist das System erfolgreich in Betrieb. Die Vorteile für Gebäude, Nutzer und Stadtklima sind messbar.

 

Wie Fassadenbegrünung bei Sanierungen umgesetzt werden kann

 

Das Gebäude in der Grabnergasse 4 stammt aus den 1960er-Jahren. Eine umfassende Sanierung im Jahr 2016 sah auch eine Fassadenbegrünung vor. Die Herausforderung, die bestehende Fassade statisch nicht zu belasten, lösten die Architekten mit einer eigenständigen Konstruktion vor dem Gebäude. Die daran befestigten Pflanztröge übernehmen gleich mehrere Aufgaben: Sie stabilisieren die Konstruktion selbst, bieten ausreichend Raum für Wurzeln und sind zugleich Sonnenschutz. Kletter- und Rankpflanzen wachsen über mehrere Geschosse hinweg und bilden in Kombination mit den Rankgerüsten eine lebendige Fassadenstruktur.

Warum Fassadenbegrünung nicht viel Wasser verbraucht

 

Damit eine begrünte Fassade über Jahre hinweg funktioniert, braucht sie vor allem eines: Wasser, aber exakt dosiert. Die bedarfsgerechte Bewässerung in der Grabnergasse versorgt jede Pflanze zuverlässig mit dem, was sie tatsächlich braucht. So bleiben die Pflanzen vital, ohne dass unnötig Wasser verbraucht wird.

 

Raintime ermöglicht diese Form der Begrünung dauerhaft und nachhaltig – ebenso ökologisch wie ökonomisch. Denn mithilfe intelligent geplanter Bewässerungssysteme und präziser Steuerung funktionieren begrünte Fassaden auch unter urbanen und zunehmend heißeren Bedingungen zuverlässig. Die Pflanzen werden sensorisch versorgt und können sich je nach Wetter, Temperatur und Feuchtigkeit langfristig gesund entwickeln. So entstehen grüne Fassaden, die nicht nur gut aussehen, sondern dauerhaft wirksam sind.

Grüne Fassade statt Klimanlage

 

Wie effizient dieses System arbeitet, belegt ein Forschungsbericht der Universität für Bodenkultur Wien und der TU Wien: Von März bis November benötigt der vertikale Garten rund 75 Kubikmeter Wasser. Dies entspricht etwa 500 gefüllten Badewannen. Gleichzeitig leistet die begrünte Fassade Erstaunliches: Sie erbringt in diesem Zeitraum eine Kühlleistung von rund 50.000 Kilowattstunden pro Jahr. Das ist vergleichbar mit dem Dauerbetrieb von etwa 15 handelsüblichen Klimageräten über die gesamte Sommersaison, nur ohne Stromverbrauch, Lärm oder Abwärme.

Der Grund liegt im natürlichen Selbstschutz der Pflanzen. Sie nehmen mehr als 80 Prozent der Sonnenenergie auf und nutzen sie für Photosynthese und Verdunstung. Dabei geben sie Feuchtigkeit an die Umgebung ab und kühlen sich selbst – und damit auch die Fassade. So bleibt die Pflanzenoberfläche kaum wärmer als die umgebende Luft, während das Gebäude spürbar vor Überhitzung geschützt wird.

 

Messbare Vorteile

 

Die Effekte sind deutlich: Die höchsten Innentemperaturen konnten um rund drei Grad Celsius gesenkt werden, der Energiebedarf für Kühlung und Heizung reduziert sich spürbar.

 

Die Messungen der Universität für Bodenkultur Wien und der TU Wien ergaben außerdem, dass die Fassade

  • bis zu sechs Gramm Feinstaub pro Quadratmeter bindet,
  • den Lärmpegel um zwei bis fünf Dezibel reduziert und
  • jährlich rund 2,3 Kilogramm CO₂ pro Quadratmeter speichert.
  • Gleichzeitig produziert sie etwa 1,7 Kilogramm Sauerstoff pro Quadratmeter und Jahr.

 

Auch ökologisch entfaltet die Begrünung Wirkung: Im dritten Stock hatten sich Enten in einem Pflanztrog niedergelassen, ein eindrucksvolles Zeichen für die neue Qualität des Lebensraums.

 

Die Fassadenbegrünung in der Grabnergasse zeigt, dass grüne Fassaden keine kurzlebigen Prestigeprojekte oder gar Experimente sind, sondern langlebige, funktionale Systeme mit echtem Mehrwert. Richtig geplant und bewässert wird eine grüne Fassade zur langlebigen Infrastruktur, von der Gebäude, Bewohner und das Stadtklima profitieren.

 

In Kürze: Fassadenbegrünung Grabnergasse

  • Standort: Grabnergasse 4, Wien
  • Begrünte Fläche: ca. 990 m²
  • Gebäudetyp: sanierter Bestandsbau (1960er-Jahre)
  • Bewässerung: bedarfsgesteuert
  • Kühlleistung: ca. 50.000 kWh/Jahr
  • Temperaturreduktion innen: um bis zu 3 °C
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