Europas Städte kämpfen längst an zwei Fronten: gegen Hitze und gegen Wasser. Glühender Asphalt, Tropennächte, Starkregen, überhitzte Plätze – die 3sat-Dokumentation „Wolkenbruch und Hitzestau“ zeigt eindrucksvoll, wie massiv sich urbane Räume verändern müssen – und können –, um lebenswert zu bleiben.
Zwei Beispiele: In Kopenhagen speichern Parks inzwischen Millionen Liter Regenwasser. Wien wiederum profitiert vom kühlenden Wienerwald, leidet aber in dicht bebauten Grätzeln unter massivem Hitzestau.
Forschende des Austrian Institute of Technology warnen: Wenn Städte jetzt nicht handeln, werden Sommer lebensgefährlich. Hitze tötet in Europa bereits doppelt so viele Menschen wie der Straßenverkehr. Gleichzeitig fehlen vielerorts Schatten, Grünräume und kühlende Wasserinseln – genau jene Elemente, die Städte stabilisieren würden.
Die gute Nachricht: Es gibt längst ein praxistaugliches Konzept, das hier ansetzt. Ein Ansatz, der Hitze dämpft, Regen managt und die städtische Infrastruktur entlastet. Der Schlüssel dazu liegt im Umgang mit Wasser.
Das Prinzip Schwammstadt
Die Idee ist simpel – und revolutionär: Eine Schwammstadt nimmt Wasser wie ein Schwamm auf, speichert es und gibt es dann langsam wieder ab. Statt Regen über Kanalisationen in wenigen Minuten abzuleiten, soll er in Parks, Beeten, Rigolen, Mulden, Dachbegrünungen oder entsiegelten Flächen versickern können.
Der Effekt ist enorm:
- Mehr Wasser im Boden: Die Vegetation bleibt länger vital, Bäume überstehen Trockenperioden besser.
- Weniger Überflutungen: Bei Starkregen-Ereignissen puffern Grünflächen große Mengen Wasser ab, bevor es Keller, Straßen oder U-Bahn-Schächte flutet.
- Spürbare Abkühlung: Gespeichertes Wasser verdunstet über Pflanzen und Böden. Dadurch sinkt die gefühlte Temperatur, Hitzeinseln werden entschärft.
- Bessere Luftqualität und mehr Biodiversität: Feuchte Böden und gesunde Bäume filtern Schadstoffe besser, bieten Lebensräume und machen Städte robuster.
Kurz: Die Schwammstadt macht Städte widerstandsfähiger: sowohl gegen Überflutungen als auch gegen Hitze.
Wenn Schwammstadt und Nebelduschen zusammenarbeiten
Ab Minute 40 der Dokumentation wird gezeigt, wie Kühlungssysteme, beispielsweise Raintime-Nebelduschen, bereits als ideales Element einer Schwammstadt eingesetzt werden
Denn Nebelsysteme leisten mehr als nur Abkühlung für Menschen:
- Sie verbessern das Mikroklima: Der feine Wassernebel senkt die Umgebungstemperatur spürbar und erhöht gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit. Ein entscheidender Vorteil für Pflanzen, die in Hitzeperioden oft an Wasserstress leiden.
- Sie unterstützen die Vegetation direkt: Ein Teil des ausgebrachten Nebels schlägt sich an Blättern und Oberflächen nieder und gelangt in den Boden – dort, wo junge oder belastete Pflanzen es am dringendsten brauchen.
- Sie schaffen einen nachhaltigen Kreislauf: Die Schwammstadt speichert Wasser. Die Nebeldusche macht es im richtigen Moment nutzbar – zum Kühlen, zur Feuchthalten der Vegetation, zum Stabilisieren des Mikroklimas.
So entsteht ein System, das weit mehr ist als Kühlung: ein abgestimmter Kreislauf, der Hitzeinseln entschärft und gleichzeitig die grüne Infrastruktur stärkt.
Die Dokumentation zeigt die Raintime-Anlagen in 3 markanten Momenten:
• ab Minute 10:26
• ab Minute 20:03
• ab Minute 40:22
Sie zeigen, wie moderne Wassertechnologie heute aussieht: ressourcenschonend, präzise gesteuert und perfekt integrierbar in eine nachhaltige Stadtplanung.
